Wissenswertes

Tauchen – Genießen mit Durchblick

Tauchurlaub

Tauchen ist ein Sport für Genießer, vor allem wegen der optischen Wahrnehmung der imposanten Unterwasserwelt. Hat man kein klares Sehen, ist auch meist der Spaß sehr schnell dahin.

Tauchen und das Phänomen „Nebelsehen“

Viele Taucher, die mit Contactlinsen tauchen, berichten nach ihren Tieftauchgängen von einem unscharfen Sehen, dem sogenannten Nebelsehen. Während der Dekompressionsphase bilden sich im Tränenfilm zwischen Hornhaut und Contactlinse kleine Stickstoffbläschen. Diese setzen sich vorübergehend fest und verändern die Hornhaut. Das Nebelsehen tritt auf, da die lichtbrechenden Eigenschaften des Auges verändert wurden. Das Phänomen ist reversibel und hinterlässt keine dauerhaften Schäden. Es ist durch sehr langsames Aufsteigen und häufigen Lidschlag vermeidbar.

Je tiefer man taucht, umso größer wird der Druck im Körper, das Volumen von Gasen wiederum kleiner. Umgekehrt genauso: Je weniger die Tiefe, desto geringer der Druck und umso größer das Volumen. Weiterhin werden in den unterschiedliche Gewebearten des Körpers Gase auch unterschiedlich schnell gelöst. Die Lösung von Gas in Tränenfilm, Linse und Hornhaut verläuft etwas anders, da weniger Sauerstoff im Auge verbraucht wird, als im restlichen Körper.

Wenn zu schnell aufgetaucht wird, perlt das Gas aus und es bilden sich Gasblasen im Tränenspalt. Wenn diese kleiner sind, als der Tränenfilm dick werden sie einfach weggespült. Falls nicht, dann werden die Gasbläschen mit der Zeit größer und klemmen sich ein, beim Aufstieg nimmt ihr Volumen ebenfalls noch zu. Es bilden sich Abdrücke in der Hornhaut, die zum Phänomen des Nebelsehens führen und die Sehschärfe beeinträchtigen.

Im allgemeinen ist nach 10 bis 30 Minuten  an der Luft das „normale“ Sehen wieder da. Um diese optische Einschränkung vermeiden zu können, sollte man bei formstabilen Contactlinsen besonders auf einen häufigeren Lidschlag achten und langsam auftauchen. Unter weichen Contactlinsen entstehen keine Luftblasen, da fast kein Gasaustausch beim Lidschlag stattfindet. Allgemein gesehen kann man sich das Phänomen als guten Indikator nutzbar machen. Denn hat man Nebelsehen, dann hat man auch Gasblasen im Blut. Deshalb sollte man bei abnehmender Tauchtiefe immer langsamer auftauchen oder Dekompressionsstopps einlegen.

Tauchen und Augenkrankheiten

Generell gilt: Bei bekannten Augenkrankheiten unbedingt zum Augenarzt, um die Tauchtauglichkeit zu checken. Bei  Augenkrankheiten kann das Sehen gestört und vor allem durch Tauchen verschlimmert werden.

Grüner Star

Tauchen mit grünem Star (Glaukom) kann zur Erblindung führen. Diese Augenkrankheit  führt unbehandelt zum Absterben des Sehnervs und ist häufig durch erhöhten Augeninnendruck gekennzeichnet. Die Tauchtauglichkeit mit grünem Star hängt von der ärztlichen Diagnose ab. Sehr zu beachten sind hierbei die unterschiedlichen Druckabfälle der unterschiedlichen Umgebung beim Tauchen. Durch tauchbedingte Engstellung der Gefäße, Kälte und erhöhte Sauerstoffteildrücke kann es nämlich zu Minderversorgung des Sehnervs führen. Auch die Frage der Mikroembolien durch kleine Gasblässchen steht im Vordergrund und führt durch die erhöhte Gefahr des Erblindens nicht selten zur Tauchuntauglichkeit.

Grauer Star

Beim grauen Star (Katarakt), der sogenannten Eintrübung der Linse, spricht nichts gegen den Genuss des Tauchsports. Jedoch können erhöhte Sauerstoffpartialdrücke zu einer fortschreitenden Linsentrübung führen. Dieses Risiko lässt sich jedoch verringern, indem man mit nicht sauerstoffangereicherten Gasgemischen (z.B. Nitrox) taucht. Nach einer Kataraktoperation sollte man mindestens sechs Monate, besser 12 Monate, auf das Tauchen verzichten. Dies ist wichtig, um stabile OP-Narben zu erhalten, da sonst die Gefahr besteht, dass diese platzen.

Tauchen und Fehlsichtigkeiten

Bei Fehlsichtigkeit (Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Astigmatismus, Alterssichtigkeit)muss darauf geachtet werden, dass das Ablesen der Instrumente sowie Erkennen von Gefahren und Handzeichen anderer Taucher gewährleistet ist. Es darf über und unter Wasser keinen Verlust der Sehfähigkeit geben, sonst wäre das mit einer Taucheinschränkung verbunden. Lediglich bei starker Kurzsichtigkeit sollte beachten werden, dass die eigene Netzhaut sehr unter Spannung steht und es spontan oder durch äußere Auslöser (Erschütterungen) zu Netzhautablösungen kommen könnte.

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