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Contactlinsen in der Schwangerschaft

Warum hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft Tränenfilm und Hornhaut beeinflussen – und was das fürs Linsentragen bedeutet.

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contactlinsen in der schwangerschaft

Eine Schwangerschaft ist eine Zeit tiefgreifender körperlicher Veränderungen – und auch die Augen bleiben davon nicht unberührt. Viele werdende Mütter bemerken, dass sich ihr Sehen oder das Gefühl beim Tragen von Kontaktlinsen verändert. Der folgende Überblick erklärt, warum das so ist und worauf Sie achten sollten.

Hormonelle Veränderungen und die Augen

Eine Schwangerschaft stellt den hormonellen Haushalt einer Frau auf den Kopf. Diese Umstellung wirkt sich auf den gesamten Körper aus. Die Augen sind auch davon betroffen. Die Veränderungen zeigen sich besonders am Tränenfilm und der Hornhaut der werdenden Mutter. Die Hornhaut wird aufgrund von Wassereinlagerungen (Ödem) dicker, wodurch sich die Krümmung verändert und so die Schwangeren häufig über Sehveränderungen berichten. Durch die Ödembildung erhöht sich zusätzlich die Blendempfindlichkeit und die Wahrnehmung von Kontrasten sinkt.

Diese Veränderungen sind in aller Regel vorübergehend. Aus diesem Grund ist eine Schwangerschaft üblicherweise kein günstiger Zeitpunkt, um die Sehstärke neu bestimmen zu lassen, eine Brille grundlegend neu zu verordnen oder augenoptische Eingriffe zu planen – die Werte können sich nach der Geburt wieder verändern.

Aufgaben des Tränenfilms

Eher zum Ende der Schwangerschaft zeigt sich eine Abnahme der Tränenfilmmenge. Der Tränenfilm hat sehr wichtige Aufgaben für das Auge. Er dient zur Befeuchtung der Oberfläche, zum Abtransport von Fremdkörpern, zur Versorgung der Hornhaut mit Sauerstoff und zum Herstellen einer glatten Oberfläche, was für die optische Abbildung ein wichtiges Kriterium bildet.

Er setzt sich aus drei Schichten zusammen: der Muzinschicht, der wässrigen Schicht und der Lipidschicht. Eine Schwangerschaft beeinflusst die Zusammensetzung des Tränenfilms und kann diesen stören, indem die Lipidschicht keine Stabilisation mehr besitzt, der Tränenfilm schneller aufreißt und so der wässrige Anteil aufgrund von Verdunstung reduziert wird. Die Augen fühlen sich trocken an. Näheres dazu lesen Sie auch im Beitrag Trockenes Auge und Contactlinsen tragen.

Juckempfinden und Rötungen

Zudem kommt es zum Juckempfinden und es treten vermehrt Rötungen am Auge auf. Sind diese Symptome vorliegend, sollte eine zusätzliche Benetzung vorgenommen werden, um das Tragen von Kontaktlinsen so angenehm wie möglich zu machen. Ratsam wäre in solchen Fällen auch, einmal den Kontaktlinsenspezialisten aufzusuchen, der sich Ihr Auge etwas genauer anschaut. Ist das Trockenheitsgefühl jedoch so stark, wäre ein Verzicht auf die Kontaktlinsen sinnvoll. Dies ist aber sehr selten.

Tipps für angenehmes Tragen

• Verwenden Sie bei trockenen Augen konservierungsmittelfreie Benetzungstropfen. • Reduzieren Sie bei Beschwerden die tägliche Tragedauer und greifen Sie öfter zur Brille. • Achten Sie besonders konsequent auf die Pflege Ihrer Linsen. • Lassen Sie sich bei anhaltenden Beschwerden fachkundig beraten.

Rund um die Geburt und Stillzeit

Während der Entbindung dürfen keine Kontaktlinsen getragen werden. Nach der Geburt und zum Ende der Stillzeit sollten die während der Schwangerschaft entstandenen Veränderungen wieder zurückgehen und das Tragen von Kontaktlinsen keine weiteren Probleme mehr bereiten. Wenn Sehveränderungen jedoch stark ausgeprägt sind, plötzlich auftreten oder von weiteren Beschwerden begleitet werden, sollte dies immer ärztlich abgeklärt werden.

Grundsätzlich gilt: Die meisten schwangerschaftsbedingten Veränderungen an Tränenfilm und Hornhaut sind harmlos und bilden sich von selbst zurück. Halten Sie in dieser Zeit Ihre Erwartungen an ein völlig beschwerdefreies Linsentragen realistisch und geben Sie den Augen bei Bedarf eine Pause. So begleiten Sie diese besondere Zeit augenfreundlich und können nach der Stillzeit meist wieder wie gewohnt zu Ihren Kontaktlinsen greifen.

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