Konservierungsstoffe von Contactlinsen
Warum Kontaktlinsen-Pflegemittel Konservierungsstoffe enthalten, was diese bewirken – und worauf empfindliche Augen achten sollten.

Kontaktlinsen-Pflegemittel enthalten Konservierungsstoffe – aus gutem Grund. Der folgende Überblick erklärt, welche Aufgabe diese Stoffe haben, wie empfindliche Augen darauf reagieren können und welche Alternativen es gibt.
Warum Pflegemittel Konservierungsstoffe enthalten
Um ein gesundes Kontaktlinsentragen zu bieten, benötigt die Kontaktlinse eine sorgfältige Pflege mittels Pflegemitteln. Da Kontaktlinsenpflegemittel in der Regel über mehrere Wochen verwendet werden, enthalten diese Konservierungsstoffe. Konservierungsstoffe dienen dazu, Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze auszuschalten und somit eine erhöhte Haltbarkeit herzustellen. Ohne eine Konservierung besteht die Gefahr, dass sich Keime vermehren. Konservierungsstoffe können jedoch bei sensiblen Personen sowohl allergische als auch toxische Reaktionen hervorrufen. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Konzentration der Stoffe so zu konzipieren, dass keine Schädigung der Augenoberfläche entsteht.
Allergische und toxische Reaktionen
Konservierungsstoffe wie Chlorhexidin und Thiomersal, welche in Pflegemitteln enthalten sein können, bewirken mitunter eine allergische Reaktion. Beide besitzen die Fähigkeit, sich an Proteine von Zellmembranen einzufügen, wodurch die Permeabilität der Hornhaut erhöht werden kann. Personen mit allergischen Reaktionen klagen oft über juckende, brennende, tränende und gerötete Augen. Zudem sind Schwellungen der Bindehaut und teilweise der Lidhaut zu erkennen.
Toxische Reaktionen äußern sich durch den Verlust von Epithelzellen, wobei die lipidhaltige Struktur der Zellmembran zerstört wird. Im Bezug auf den Tränenfilm bedeutet dies, dass die Lipidschicht keinen Schutz mehr vor Verdunstung der Tränenflüssigkeit besitzt und sich somit das Auge tendenziell trocken anfühlt. Entspricht der pH-Wert des Pflegemittels ebenfalls nicht dem der Tränenflüssigkeit, kann eine toxische Reaktion entstehen. Der pH-Wert der Träne ist leicht basisch mit 7,2–7,6. Wird der Wert unterschritten, beschreiben die betroffenen Personen ein Brennen. Ein Jucken wird beim Überschreiten des Wertes empfunden.
Woran Sie eine Unverträglichkeit erkennen
Anzeichen dafür, dass ein Pflegemittel möglicherweise nicht vertragen wird, sind unter anderem:
• anhaltendes Brennen oder Jucken direkt nach dem Einsetzen der Linsen • gerötete Augen und ein Fremdkörpergefühl • vermehrtes Tränen oder ein trockenes, gereiztes Gefühl • Schwellungen an Binde- oder Lidhaut
Treten solche Beschwerden wiederholt auf, sollten Sie das Pflegesystem überprüfen lassen und gegebenenfalls auf ein anderes Produkt umsteigen.
Benzalkoniumchlorid und konservierungsfreie Alternativen
Des Weiteren findet sich in Kontaktlinsenpflegemitteln teils der Wirkstoff Benzalkoniumchlorid, welcher positiv geladen ist und sich an negativ geladenen Proteinen des Hornhautepithels anlagert. Somit wird eine erhöhte Permeabilität bewirkt, wodurch ungehindert Fremdsubstanzen in die Hornhaut eindringen können und zu Schäden führen können. Wenn derartige Anzeichen auftreten, sollte man zu Produkten greifen, die keine Konservierungsstoffe enthalten. Diese bieten einen besseren Schutz für das Auge. Zu diesen Produkten gehören unter anderem Wasserstoffperoxidsysteme oder Regard, welches zum Reinigen, Desinfizieren, Aufbewahren und Abspülen von Kontaktlinsen dient.
Bei Wasserstoffperoxidsystemen ist eine korrekte Anwendung besonders wichtig: Das Peroxid muss vollständig neutralisiert werden, bevor die Linse ins Auge gesetzt wird. Halten Sie sich daher genau an die vom Hersteller angegebenen Einwirk- und Neutralisationszeiten. Welches Pflegesystem für Sie geeignet ist, hängt vom Linsentyp und der Empfindlichkeit Ihrer Augen ab – wir beraten Sie hierzu gern.
Ob konservierungshaltig oder konservierungsfrei: Entscheidend ist immer die konsequente und hygienisch einwandfreie Anwendung. Waschen Sie sich vor jedem Umgang mit den Linsen die Hände, verwenden Sie stets frisches Pflegemittel und füllen Sie das Etui nicht einfach nach. Reinigen Sie das Behältnis regelmäßig und tauschen Sie es in sinnvollen Abständen aus. So bleibt der Schutz vor Keimen erhalten, und die Augen werden nicht unnötig belastet.
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