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Myopie – Kontrolle

Myopie-Kontrolle: Wie sich das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit – besonders bei Kindern – gezielt verlangsamen lässt.

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Die Kurzsichtigkeit nimmt weltweit zu – besonders bei Kindern. Der folgende Überblick erklärt, was Myopie überhaupt ist, warum sie zunimmt und welche Möglichkeiten es heute gibt, ihr Fortschreiten zu verlangsamen.

Was ist Myopie?

Die Myopie, auch Kurzsichtigkeit genannt, ist ein Missverhältnis von der Brechkraft des Auges zur Baulänge des Augapfels. In den meisten Fällen ist der Augapfel im Verhältnis zur Brechkraft zu lang, sodass sich das scharfe Bild nicht auf, sondern vor der Netzhaut bildet. Entfernte Objekte werden dadurch unscharf gesehen, während nahe Objekte klar bleiben.

Kurzsichtigkeit nimmt weltweit zu

Weltweit wird eine Zunahme der Kurzsichtigkeit beobachtet, die auch mit großer Sorge bei der Weltgesundheitsorganisation betrachtet wird. Vor allem in städtischen und stark auf Bildung ausgerichteten Regionen steigt der Anteil kurzsichtiger Kinder und Jugendlicher deutlich an.

Warum nimmt die Kurzsichtigkeit zu?

Hierzu gibt es in den letzten Jahren verstärkt Forschungsprojekte, um die Gründe für die Zunahme der Kurzsichtigkeit besser zu verstehen. Als wesentliche Einflussfaktoren gelten das Zusammenspiel von genetischer Veranlagung und veränderten Lebensgewohnheiten.

Genetische Veranlagung und Netzhautbild

Neben der bekannten genetischen Vorbedingung beeinflusst offenbar auch die Abbildung auf der peripheren Netzhaut die Kurzsichtigkeit. Wissenschaftler vermuten, dass ein bestimmtes Netzhautbild dem Auge Wachstumsreize gibt und so das Längenwachstum des Augapfels beeinflusst.

Lebensgewohnheiten und Naharbeit

Zusätzlich lässt sich immer deutlicher ein Zusammenhang zwischen unseren Lebensgewohnheiten und der Zunahme der Kurzsichtigkeit erkennen. Intensive Naharbeit – etwa langes Lesen oder die häufige Nutzung von Bildschirmen in geringem Abstand – gilt als ein möglicher begünstigender Faktor.

Tageslicht und Aufenthalt im Freien

Auch die fehlende Spielzeit im Freien und damit eine reduzierte Aufnahme an Vitamin D scheinen einen negativen Einfluss zu haben. Das helle Tageslicht im Freien gilt als schützender Faktor, der dem Fortschreiten der Kurzsichtigkeit entgegenwirken kann.

Myopie-Kontrolle: Welche Möglichkeiten gibt es heute?

Um das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit zu verlangsamen, stehen heute verschiedene Ansätze zur Verfügung. Welche Methode geeignet ist, hängt vom Alter des Kindes, der Höhe der Fehlsichtigkeit und dem individuellen Verlauf ab und sollte gemeinsam mit dem Anpassspezialisten entschieden werden.

Orthokeratologie-Contactlinsen / Nachtlinsen

Orthokeratologie-Contactlinsen sind spezielle Nachtlinsen, die über Nacht getragen werden und die Hornhaut vorübergehend so modellieren, dass tagsüber ohne weitere Sehhilfe scharf gesehen werden kann. Neben der Korrektur wird ihnen auch ein bremsender Effekt auf das Längenwachstum des Auges zugeschrieben.

Multifokallinsen

Aufgrund der guten Erfahrungen, die in den letzten Jahren mit den Nachtlinsen in der Begrenzung der Myopieentwicklung gemacht wurden, werden zunehmend auch spezielle Multifokallinsen eingesetzt. Sie erzeugen im peripheren Bereich ein Netzhautbild, das dem übermäßigen Längenwachstum des Auges entgegenwirken soll.

Atropin

Dieses Medikament wird seit Jahren in der Augenheilkunde verwendet. Die Mediziner nutzen es unter anderem, um die Pupille weitzustellen. In niedriger Dosierung wird es heute auch zur Myopie-Kontrolle eingesetzt.

In Studien konnte festgestellt werden, dass die Verwendung von Atropin bei Kindern die Kurzsichtigkeit aufhält. Der Einsatz erfolgt ausschließlich unter augenärztlicher Kontrolle und in Absprache mit den Eltern.

Visualtraining

Auch Visualtraining bietet Möglichkeiten, das Längenwachstum des Auges zu verringern. Hierbei berät der Optometrist zu Übungen und zum richtigen Seh- und Arbeitsverhalten.

Zusätzlich sollten Kinder häufig – etwa drei Stunden am Tag – im Freien spielen. Entscheidend dabei ist, dass sich die Kinder bei Tageslicht aufhalten, da dieses als schützender Faktor gilt.

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