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Wissenswertes

Die Behandlungsmethode – Crosslinking

Crosslinking bei Keratokonus: Wie das Verfahren die Hornhaut quervernetzt und versteift, um das Fortschreiten zu bremsen.

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Crosslinking ist eine Behandlungsoption beim Vorliegen eines Keratokonus. Es gibt derzeit unterschiedliche Meinungen, ob dieses Verfahren im früheren oder späteren Stadium des Keratokonus Anwendung findet. Jedoch hat sich bewährt, dieses zwischen dem 17. und dem 45. Lebensjahr durchzuführen, da sich die Hornhaut generell im Alter versteift.

Was ist Keratokonus?

Der Keratokonus ist eine fortschreitende Erkrankung der Hornhaut, bei der sich das Gewebe zunehmend verdünnt und kegelförmig nach vorn wölbt. Dadurch verändert sich die Brechkraft des Auges, es entsteht eine unregelmäßige Hornhautverkrümmung und das Sehen wird verzerrt und unscharf. Crosslinking setzt genau hier an: Es soll die Hornhaut stabilisieren und das weitere Fortschreiten bremsen.

Wie wirkt Crosslinking?

Crosslinking dient zur Quervernetzung des Hornhautkollagens. Durch zusätzliche Verstrebungen wird eine erhöhte Stabilität erzielt und somit das Voranschreiten des Keratokonus verhindert, jedoch wird kein Rückgang der Erkrankung erreicht. Ziel ist es, einen so genannten eingefrorenen Zustand herzustellen. Man spricht deshalb von einem stabilisierenden Verfahren: Eine bereits vorhandene Verformung wird in der Regel nicht rückgängig gemacht, aber ihr weiteres Fortschreiten soll aufgehalten werden.

Gerade weil Crosslinking das Fortschreiten aufhalten, aber nicht heilen kann, ist der Zeitpunkt der Behandlung von Bedeutung. Wird ein Keratokonus früh erkannt, lässt sich die Hornhaut oft in einem noch günstigeren Zustand stabilisieren. Regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt oder Kontaktlinsenspezialisten helfen, Veränderungen der Hornhaut rechtzeitig zu bemerken. Ob und wann Crosslinking im Einzelfall infrage kommt, hängt vom Verlauf, vom Alter und vom individuellen Befund ab.

Ablauf der Behandlung

Crosslinking ist ein ambulanter operativer Eingriff unter örtlicher Betäubung. Dabei wird zunächst die oberste Schicht der Hornhaut (Epithel) entfernt, um das Riboflavin (Vitamin B2) in die Hornhaut zu geben, welches für neue Querverbindungen zuständig ist. Anschließend erfolgt eine 30-minütige Bestrahlung mit kurzwelligem blauem Licht (UV-A). Zum Schluss wird in Kombination mit einer Verbands-Kontaktlinse Wundsalbe aufgetragen, welche innerhalb von wenigen Tagen durch den Augenarzt entfernt werden kann.

Die einzelnen Schritte im Überblick:

• Örtliche Betäubung des Auges mit Augentropfen • Entfernen der obersten Hornhautschicht (Epithel) • Einbringen von Riboflavin (Vitamin B2) als lichtempfindliche Substanz • Etwa 30-minütige Bestrahlung mit UV-A-Licht zur Quervernetzung • Auftragen von Wundsalbe und Einsetzen einer schützenden Verbandslinse

Nach dem Eingriff

Nach der Operation können zunächst Symptome wie ein rotes Auge, Blendempfindlichkeit und verschwommenes Sehen auftreten, welche sich innerhalb der ersten Monate legen. In dieser Zeit sind Kontrolltermine beim Augenarzt wichtig. Die schützende Verbandslinse verbleibt einige Tage auf dem Auge, bis die oberste Hornhautschicht wieder verheilt ist.

In den Tagen nach dem Eingriff ist es ratsam, das Auge zu schonen, es nicht zu reiben und die verordneten Augentropfen regelmäßig anzuwenden. Bis die Hornhaut vollständig verheilt und das Sehen stabil ist, können einige Wochen vergehen. Wie lange es dauert, bis das gewohnte Sehvermögen zurückkehrt und ob die vertrauten Kontaktlinsen wieder getragen werden können, ist individuell verschieden und wird bei den Nachkontrollen besprochen.

Sehhilfen bei Keratokonus

Crosslinking verändert die vorhandene Hornhautverkrümmung nicht, daher bleibt in vielen Fällen weiterhin eine Sehhilfe erforderlich. Bei Keratokonus kommen häufig formstabile Contactlinsen oder Sklerallinsen zum Einsatz, die die unregelmäßige Hornhaut optisch ausgleichen. Welche Lösung geeignet ist, klärt eine sorgfältige Anpassung.

Das Verfahren Crosslinking hat sich in den vergangenen Jahren als Behandlungsmethode bei fortschreitendem Keratokonus etabliert. Ob und wann es im Einzelfall sinnvoll ist, entscheidet der behandelnde Augenarzt. Für die begleitende Versorgung mit Kontaktlinsen sind wir gern Ihr Ansprechpartner.

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